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Die richtige berufliche Weiterbildung finden: So geht’s

Längst hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich der moderne Arbeitnehmer nicht auf dem vor vielen Jahren in der Ausbildung angeeigneten Wissen ausruhen kann. Lebenslange Weiterbildung ist gefragt. Doch wie finden Arbeitnehmer die für sie geeigneten Weiterbildungskurse?

Auf vorhandenem Wissen aufbauen

Wer keinen kompletten beruflichen Richtungswechsel plant, und beispielsweise vom Controlling in einem Großkonzern auf das Bienenzüchten im Grünen umsteigt, wird in der Regel auf sein bereits vorhandenes Wissen aufbauen. Ein Fachinformatiker mit umfangreichen Kenntnissen in bestimmten Programmiersprachen kann sich weitere neu entwickelte Programmiersprachen aneignen. Wer beispielswiese heute noch auf Java und C++ setzt, sollte sich über schnell wachsende Programmiersprachen wie Python, Rust, TypeScript und Kotlin informieren. Entsprechende Kurse und Lehrbücher zum Selbststudium sind in großer Zahl erhältlich.

Für Designer und Architekten ist die Zeit ebenfalls nicht stehengeblieben. Durch die Einführung der 3D-Drucker hat vor allem das Thema dreidimensionales Arbeiten stark an Bedeutung gewonnen. Hier bieten sich Kurse in CAD-Anwendungen wie dem Autodesk Inventor.

Ein weiteres beliebtes Feld für Fortbildungen sind Fremdsprachen. Noch immer ist es um die Fremdsprachenkenntnisse der Deutschen jenseits von Englisch schlecht bestellt. Wer mit international gefragten Sprachen wie Spanisch, Russisch oder Chinesisch punkten kann, wird es bei zukünftigen Bewerbungen wesentlich einfacher haben.

Wer zahlt die berufliche Weiterbildung?

In vielen Fällen wird der Arbeitgeber die Kosten übernehmen, sofern er selbst vom neuen Wissen des Arbeitnehmers profitiert. Am besten wird das Thema beim jährlichen Entwicklungsgespräch angeschnitten. Ist beispielsweise bekannt, dass der Arbeitgeber darauf hofft, in den chinesischen Markt vorzudringen, kann der Arbeitnehmer von selbst vorbringen, dass er Interesse am Erwerb der chinesischen Sprache hat. In der Regel wird der Arbeitgeber ihm den Kurs dann gerne bezahlen – und möglicherweise später zum Leiter der neuen China-Abteilung befördern.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Weiterbildung mit einem erhofften Jobwechsel zusammenhängt. Will der Arbeitnehmer Autodesk Inventor lernen, weil die eigene Firma den Einsatz dieser Software plant, wird dies vom Arbeitgeber natürlich gerne gesehen. Nicht aber, wenn diese Software bei einer anderen Wunschfirma verwendet wird und der Arbeitnehmer auf einen Jobwechsel hofft. In diesem Fall könnte der Arbeitgeber das Geld für den Kurs bei erfolgreichem Wechsel sogar zurückfordern.

Weiterbildungskosten absetzbar

Einen Anspruch auf Übernahme der Kosten durch den Arbeitgeber gibt es übrigens nicht. Der Gesetzgeber spricht Arbeitnehmern lediglich das Recht auf 5 Tage Bildungsurlaub während der Arbeitszeit pro Jahr zu. Immerhin: Privat gezahlte Weiterbildungskosten lassen sich steuerlich absetzen. Dazu gehören nicht nur die Kursgebühren selbst, sondern auch Fahrkosten, Lehrbücher und Arbeitsmaterialien.

Bild: ©istock.com/Esther Kelleter